GUNTERSBLUM – Eine Rheinquerung zwischen Worms und Mainz ist das Ziel, das im Mittelpunkt eines gemeinsamen Ortstermins stand, der auf Initiative des SPD-Bundestagsabgeordneten Marcus Held am Rhein bei Guntersblum, fast auf der Grenze zwischen dem Landkreis Mainz-Bingen und dem Landkreis Alzey-Worms stattfand und Symbolcharakter haben sollte.

„Das geht alle an. Hier darf Parteipolitik keine Rolle spielen sondern wir müssen parteiübergreifend an einem Strang ziehen, wenn es um die Verbesserung der Infrastruktur für Rheinhessen geht“, lautete Helds Fazit nach dem intensiven Austausch mit Bürgermeistern der Rhein-Anrainergemeinden und dem Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Salvatore Barbaro (SPD).

Im Rahmen des Ortstermins, an dem auch der Niersteiner Stadtbürgermeister Thomas Günther (CDU), der Eicher Bürgermeister Klaus Willius (SPD), die Gimbsheimer Bürgermeisterin Amanda Wucher (SPD) und der VG-Chef der VG Rhein-Selz, Klaus Penzer (SPD) teilnahmen, ging es vor allem um die Frage, wie man die hessische Seite für eine Anbindung begeistern kann. „Hier müssen wir um Unterstützung werben, denn die Fördermittel für eine Rheinquerung und die entsprechenden Anbindungen kommen nur dann vom Bund, wenn beide Rheinseiten dies auch vehement fordern. Nach der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans 2030, die in Kürze erfolgt, werden in acht bis zehn Jahren die Weichen für die nächste Fortschreibung des Verkehrswegeplans gestellt. Denn dann wird genau hingeschaut, was aus dem jetzt vorliegenden Papier umgesetzt und abgearbeitet wurde. Deshalb ist es jetzt sehr wichtig, dass die Großmaßnahme B9/B420 in Nierstein mit Hochdruck umgesetzt wird“, so Held, der, gemeinsam mit den Anwesenden, die Frage nach einem Standort für eine Rheinquerung bewusst offen ließ.

In diesem Zusammenhang verwies der Eicher Bürgermeister Klaus Willius auf die, seiner Ansicht nach, klaren Standortvorteile einer Rheinquerung auf Höhe der Ortsgemeinde Hamm. „Sowohl auf hessischer Seite, wo in Klein-Rohrheim und Gernsheim bereits Möglichkeiten für Verkehrsanschlüsse zu den Autobahnen A5 und A67 vorliegen, als auch auf rheinland-pfälzischer Seite wo die Zubringermöglichkeit zur A61 via Worms-Abenheim vor der Haustüre wartet sind beste Voraussetzungen vorhanden“, so Willius, der das flache Terrain im Bereich Hamm und Eich als sehr viel besser erachtet, als die örtlichen Gegebenheiten im Bereich Nierstein-Oppenheim. Weiterhin bewertet Willius, der sich seit Jahren mit Pendler von der Rheinfront durch die Kosten für die Fährüberfahrt und deren Fahrtzeiten klar benachteiligt gegenüber Bürgern aus dem Rhein-Main Gebiet sieht.

Auf eine zügigere Realisierung der Rheinquerung hofft auch Niersteins Stadtbürgermeister Thomas Günther: Der Brückenschlag zwischen Nierstein und Eichwäre für die Region ein wichtiger wirtschaftlicher Gewinn und die Autofahrer wären ökonomisch und ökologisch entlastet. „Ziel aller muss es sein, möglicherweise auch mittelfristig eine Brücke in die Region zu bekommen. Wir sollten nicht ausschließlich auf den nächsten Bundesverkehrswegeplan warten, sondern könnten uns schon früher dafür stark machen, etwa durch eine Mautbrücke“, so Günther.

„Gerade die Nachbarn auf hessischer Seite, die in der Vergangenheit gar kein Interesse an derartigen Gesprächen gezeigt haben, brauchen wir auf jeden Fall mit im Boot. Daher fordere ich alle, ob rechts oder links des Rheins, auf, hier ergebnisoffen und engagiert mitzudiskutieren – Fernab jeglicher Parteicouleur oder Ideologie“, so Held, der in diesem Zusammenhang das bisherige Engagement von Kreistagsmitglied Stephanie Kloos aus Oppenheim lobte, die sich in der Kreistagskoalition für eine Prüfung der Förderfähigkeit der bestehenden Fährüberfahrt bei Nierstein zur Erhöhung von deren Frequenz stark macht. „Erste Gespräche mit dem Betreiber der Fähre haben gezeigt, dass der Bedarf, seitens des Betreibers, nicht gesehen wird. Aber hier bleiben wir auf jeden Fall im Dialog und am Ball“, verspricht Marcus Held.

„Wir müssen die nächsten Jahre nutzen um für unser Anliegen in Mainz, Wiesbaden und Berlin zu werben. Nur wenn wir eine realistische Lösung präsentieren können wird es auch ernsthafte Gespräche geben können. Insofern sind die Vorschläge von Klaus Willius sehr ernsthaft zu prüfen und mit allen Beteiligten zu besprechen“, freut sich der Bundestagsabgeordnete auf eine mögliche Lösung, die seinen gesamten Wahlkreis und damit auch die Stadt Worms sehr stark entlasten könnte“, so Held abschließend.