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KREIS ALZEY-WORMS – Gleich zwei Projekte der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Bereich des Landkreises mit insgesamt über 650 000 Euro fördern. Dies erfuhr der SPD-Bundestagsabgeordnete Marcus Held aus einem Schreiben der Parlamentarischen Staatssekretärin des BMAS, Gabriele Lösekrug-Möller. Entsprechende Bewilligungsbescheide, so das BMAS, erreichten die Zuwendungsempfänger, voraussichtlich Ende Januar. Die Beratung dient der Stärkung der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen und von Behinderung bedrohter Menschen.
Mit rund 320 000 Euro an Fördergeldern greift das BMAS der „Ivita Rheinland-Pfalz GmbH“ im Kreis Alzey-Worms und Umgebung unter die Arme. Für die Koordination des Beratungsangebots und die zentrale Anlaufstelle werde ein Büro in Alzey eingerichtet, teilt das Ministerium mit. Die Umsetzung durch die Ivita übernehmen drei Genesungsbegleiter, drei Suchthelfer und ein Kreis von etwa 50 Ehrenamtlichen, die Erfahrung in der Begleitung von Gehörlosen, Blinden und Menschen mit Lernbehinderungen sowie im mehrfach Schwerstbehinderten-Bereich haben. Gruppierungen wie „NetzG“, die Kreuzbundgruppe in Worms sowie die Freundeskreise, die Behindertenseelsorge mit ihrem Freizeitprogramm für Menschen aller Behinderungsformen werden in das Angebot mit einbezogen. Ebenso werde eine Mitarbeit in den regionalen Behindertenbeiräten angestrebt.
Für ebenso förderwürdig erachtet das BMAS die Arbeit des „Landesnetzwerk Selbsthilfe Seelische Gesundheit Rheinland-Pfalz e.V.“ und des „NetzG-RLP e.V.“ (ehemals LVPE-RLP e.V.), deren Engagement mit rund 330 000 Euro bedacht wurde. In geplanten Geschäftsräumen in Alzey ist das Ziel der Aufbau einer unabhängigen Beratung, die Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung einen professionellen Ansprechpartner zur Seite stellt. Dessen Aufgabe wird das Aufzeigen eines Weges, auf Basis eigener Erfahrungen, zur „selbstbestimmten Bewältigung der schwierigen Fragestellungen im Leben mit Handicap“ sein. „Ich danke dem BMAS für die Gewährung der großzügigen Förderungen. Es ist für uns als Gesellschaft unverzichtbar, die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung konsequent zu unterstützen und ihnen damit eine ihren Wünschen entsprechende Lebensplanung und –gestaltung zu ermöglichen“, kommentiert Held die guten Nachrichten aus Berlin.